Ein Spaziergang durch Glashütte: Heimat von Luxusuhren „Made in Germany“

Denkt man an Luxusuhren, denkt man sofort an die Schweiz. Dort sind die meisten der ganz großen Traditionsfirmen ansässig: Rolex, Omega, TAG Heuer, Patek Philippe. Für Kenner und Liebhaber mindestens ebenso bedeutende Namen sind jedoch auch in Sachsen – genauer gesagt in dem Ort Glashütte, mitten im Erzgebirge – anzutreffen. Unser Artikel unternimmt einen gedanklichen Stadtrundgang der etwas anderen Art und stellt einige der bedeutendsten dort ansässigen Uhrenmanufakturen vor. Dabei zeigt sich, dass ein Spaziergang von Uhrenmanufaktur zu Uhrenmanufaktur denkbar kurz ausfällt – denn viele Firmensitze liegen in Glashütte vis-à-vis.


Bildrechte: Flickr A.LANGE & SÖHNE Acid Pix CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

A. Lange & Söhne

Los geht der Stadtrundgang auf dem Ferdinand-Adolph-Lange-Platz 1: An diesem Platz, benannt nach dem Gründer der Edelmanufaktur A. Lange & Söhne, ist gleichnamige Firma auch heute wieder ansässig. Wieder, weil sämtliche Glashütter Uhrenbetriebe nach 1945 bis zur deutschen Wiedervereinigung verstaatlicht wurden. Der in diesem Jahr im Alter von 92 Jahren verstorbene Walter Lange, Urenkel von Ferdinand Adolph Lange, gründete die Marke 1990 neu und setzte sich in besonderem Maße dafür ein, dass Glashütte wieder zu jener Uhrenstadt wurde, die sie auch vor dem Zweiten Weltkrieg gewesen war. Heute sind die Uhren begehrte Wertanlagen und Liebhaberstücke, die auf Plattformen wie Chrono24 sowie bei Auktionen neben den Zeitmessern von Rolex und Patek Philippe mit als die wertstabilsten Uhrenmodelle gehandelt werden. Die Marke ist inzwischen sogar mit Nobelboutiquen rund um den Globus vertreten.

NOMOS

Nur eine Hausnummer weiter – am Ferdinand-Adolph-Lange-Platz 2 – sitzt im ehemaligen Empfangsgebäude des Glashütter Bahnhofs eine noch recht junge Uhrenmanufaktur: NOMOS. Die Firma wurde erst 1990 gegründet und hat keine „Vorfahren“, deren Wurzeln in die DDR- oder Vorkriegszeit zurückreichen. Was NOMOS an Tradition (noch) fehlt, machen die Glashütter Uhrenspezialisten mit Innovation wieder wett: Das schnörkellose Design von schlichter Eleganz findet in Modellreihen wie der Tangente, der Ludwig oder der im gehobenen Luxussegment angesiedelten Lambda ihren Ausdruck. Für die Zeitmesser mit eigens gefertigten Manufakturkalibern konnte NOMOS bereits zahlreiche Designpreise einheimsen und schnell in den Olymp deutscher Uhrenmarken von internationalem Renommee aufsteigen.

Glashütte Original

Schon wenige Schritte weiter stößt man in der Altenberger Straße 1 auf den Sitz der Glashütter Uhrenbetrieb GmbH, die besser bekannt ist für ihre noble Uhrenmarke Glashütte Original. Die Marke steht für besonders fein gearbeitete und komplizierte Uhren der Oberklasse. Besonders bekannt ist etwa die Modellreihe Senator, die von Chronographen bis zu hochkomplizierten Uhren mit Mondphasen und ewigen Kalendern reicht. Designtechnisch stehen die Modelle deutlich in der Tradition klassischer Glashütter Armbanduhren des 20. Jahrhunderts. So verwundert es nicht, dass die Marke explizit die Handwerkskunst der ersten Uhrmacher, die sich 1845 in Glashütte niederließen, ins 21. Jahrhundert tragen will.

Mühle-Glashütte

Geht man die Altenberger Straße rund einen Kilometer entlang in Richtung Süden, kommt man kurz vor dem Ortsausgang an dem Firmensitz des Familienunternehmens Mühle-Glashütte vorbei. Diese Marke stellt als eine der wenigen in Glashütte vorwiegend sportlichere Zeitmesser her. In der aktuellen Kollektion sticht vor allem die Teutonia Sport I hervor: Ein sportlich-robuster Chronograph in Schwarz mit roten Details. Ein besonderer Schwerpunkt der Marke liegt zudem auf nautischen Instrumenten für die Schifffahrt. Dies findet auch in der Ausrichtung einiger Armbanduhren Ausdruck: Zu nennen sind hier die Modelle S.A.R. Rescue-Timer, das in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger entwickelt wurde, sowie die für den Wassersport konzipierte ProMare.



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