Esoterik – in Deutschland immer beliebter

Alles Quatsch“ behaupten rationale Anhänger der Wissenschaft und Faktenliebhaber. Damit gehören sie in Deutschland mittlerweile jedoch zu einer schrumpfenden Mehrheit. Denn der Glaube an esoterische Methoden und Heilkunst nimmt zu. In den letzten Jahren wurde die Nachfrage nach Dingen wie Pendeln, Wahrsagen, Meditation und Kartenlegen immer größer. Volkshochschulen bieten Reiki-Kurse an und sogar Stadtverwaltungen organisieren Esoterikmessen. Aber woher kommt die Faszination für das Übernatürliche?

Schon bei den alten Griechen ein Thema

Bild: tarotize – Pixabay.com

Esoterik gibt es schon so lange wie die Menschheit selbst. Die Geschichte der Esoterik geht bis ins alte Griechenland zurück. Mit Pythagoras und seiner Brüderschaft gründete sich der erste belegte esoterische Zirkel. Es gab damals bereits verschiedene Mysterienkulte. Man glaubte an die Wiedergeburt und die Unsterblichkeit der Seele. Heute bezeichnet man die Esoterik als Grenzwissenschaft und Lehre, die auf die Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung des Menschen abzielt. Es geht dabei also nicht unbedingt um Hexerei. Esoterik reicht von homöopathischer Medizin über Kaffeesatzlesen bis hin zu Feng Shui. Die berühmteste und meistverbreitete Form von Esoterik ist die Astrologie, am prominesten vertreten durch Horoskope. Laut einer Umfrage vertraut ein Viertel der Befragten auf Zukunftsvorhersagen durch Sternenkonstellationen.

Große Nachfrage

Angebote für esoterische Anwendungen gibt es viele. Medien bieten an, mit dem Jenseits zu kommunizieren oder Kunden mit Engeln zu verbinden. Auch das Kartenlegen liegt hoch im Kurs – Viversum zum Beispiel setzt es zur Lebensberatung und als Entscheidungshilfe ein. Es soll helfen, Klarheit in verzwickte Situationen zu bringen und Sicherheit zu verschaffen. Die Vielzahl der Angebote zeigt, dass die Nachfrage groß ist. Immer mehr Menschen leiden unter Stress und großem Druck. Burn-out ist zu einer Volkskrankheit geworden. Viele suchen nach einem Ausgleich zu ihrem stressigen Alltag.

Der Bayreuther Religionssoziologe Christoph Bochinger erklärt den starken Aufschwung der Esoterik mit dem großen Bedürfnis der Menschen, „sich Elemente für ein selbst konstruiertes Weltbild zusammenzusuchen und danach zu handeln“. Für einige mag es nur Spaß sein, andere ziehen daraus Kraft. Aber es kann auch gefährlich werden. Der Hang zum Übersinnlichen sollte nicht überhandnehmen und der Bezug zur Realität nicht verlorengehen. Auch sollte man Kurse und Anwendungen nur bei seriösen Anbietern absolvieren, denn nicht selten wird der Glaube an die Esoterik ausgenutzt.



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